Berlin setzt auf Photovoltaik-Pflicht

In Berlin soll ab 2023 eine Photovoltaik-Pflicht für Dächer mit einer Fläche von mehr als 50 Quadratmetern eingeführt werden. Die gesetzliche Auflage soll nicht nur für Neubauten gelten, sondern auch Bestandsgebäude betreffen, bei denen größere Umbauten am Dach erfolgen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Solargesetz festgeschrieben, das der Berliner Senat beschlossen hat, um das Solarpotenzial der Hauptstadt besser zu nutzen.

 

Die Basis dafür bildet der Masterplan Solarcity, mit dem 2019 ein Maßnahmenkatalog zum zügigeren Photovoltaik-Ausbau aufgestellt worden ist. Den Untersuchungen des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesystem (ISE) zufolge könnte ein Viertel des Strombedarfs in der Hauptstadt durch Photovoltaik-Anlagen gedeckt werden. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft strebt an, dass die Stromerzeugung in Berlin bis 2050 zu 25 Prozent mit Solarenergie erfolgen wird. Durch diese Maßnahme sollen innerhalb von fünf Jahren rund 37.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

 

Mit dem Gesetz soll ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet und die regionale Wertschöpfung angekurbelt werden. Der Masterplan Solarcity sieht unter anderem Anreize wie Förderprogramme und eine Stärkung der Marktakteure vor. Bislang beläuft sich der Anteil der Photovoltaik-Anlagen in Berlin am gesamten Stromverbrauch auf 0,7 Prozent. Um das angestrebte Ziel zu erreichen, müssen bis 2050 insgesam 4,4 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert sein. Dazu beitragen können rund 2.300 Neubauten, die jedes Jahr in Berlin errichtet werden.

Die Photovoltaik-Pflicht soll für alle Neubauten und wesentlichen Dach-Umbauten mit mehr als 50 Quadratmeter Nutzungsfläche gelten, mit denen nach dem 31. Dezember 2022 begonnen wird. Die Anforderung gilt ebenso als erfüllt, wenn solarthermische Anlagen auf der Dachfläche eines Gebäudes betrieben werden oder eine Photovoltaikanlage der vorgeschriebenen Mindestgröße auf anderen Außenflächen des Gebäudes angebracht wird.

 

Bei Neubauten müssen auf mindestens 30 Prozent der Bruttodachfläche eines Gebäudes Photovoltaikanlagen installiert werden. Die Bruttodachfläche bezeichnet die gesamte Dachfläche eines Gebäudes einschließlich dem Dachüberstand. Bei größeren Umbauten eines Daches soll mindestens 30 Prozent der Nettodachfläche mit Solarmodulen bestückt werden. Bei Nichtwohngebäuden muss sich die installierte Leistung auf sechs Kilowatt belaufen.

 

Von dieser Vorschrift ausgenommen werden Fälle, bei denen die Installation einer Photovoltaikanlage technisch nicht möglich oder aufgrund der Ausrichtung eines Gebäudes nach Norden nicht sinnvoll ist. Nachdem der Berliner Senat das Solargesetz auf den Weg gebracht hat, muss das Abgeordnetenhaus über diesen Gesetzentwurf beraten und ihn verabschieden.