Central Filmtheater in Ludwigsburg präsentiert Handprint mit 22 Tonnen CO2-Einsparung

Best Practice-Beispiel

Mit seiner hauseigenen Photovoltaikanlage hat das Central Filmtheater in Ludwigsburg im Zeitraum von Januar bis September 2020 über 56 Megawatt Strom erzeugt. Dank des klimaneutral erzeugten Solarstroms verfügt das Kino über einen Handprint von 22,45 Tonnen CO2. Im Gegensatz zum CO2-Fußabdruck, der die Treibhausgasemissionen bilanziert, bezeichnet der Handabdruck die Summe der Treibhausgasemissionen, die vermieden worden sind.

 

Das Konzept des CO2-Handabdrucks ist 2007 auf der Umweltkonferenz der UNESCO vom Centre for Environment Education (CEE) in Indien vorgelegt worden. Diesen Ansatz haben das Technische Forschungszentrum in Finnland und die LUT Universität im Jahr 2018 in Kooperation mit zehn Partnern aus unterschiedlichen Branchen mit Hilfe standardisierter Methoden weiterentwickelt. Die Berechnung des CO2-Handprints erfolgt in vier Stadien und zehn Schritten. Dabei wird eine ähnliche Methodik wie bei einer Ökobilanz gemäß der Normen ISO 14040-44 und ISO 14067 angesetzt.

 

Während die Produktion des selbst erzeugten Solarstroms komplett klimaneutral ist, beläuft sich der CO2-Emissionsfaktor für den Strommix in Deutschland, der aus der Steckdose kommt, nach den aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamts  auf 401 Gramm pro Kilowattstunde. Für die 56.000 kW Photovoltaik-Strom, die im Zeitraum von Januar bis September 2020 auf dem Kinodach erzeugt worden sind, wären bei der herkömmlichen Stromproduktion in Deutschland 22.456 kg CO2 emittiert worden.

 

Für die Strommenge, die im Zeitraum Januar bis September 2020 mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Kinodach des Central Filmtheaters in Ludwigsburg erzeugt worden ist, wären bei der herkömmlichen Stromproduktion in Deutschland insgesamt 22,45 Tonnen CO2 emittiert worden.

„Bis Ende Dezember kommen noch etwa vier Megawatt Solarstrom hinzu, so dass wir das Ergebnis von 58,4 Megawatt im Jahr 2019 sogar noch übertreffen werden“, berichtet Claus Wollenschläger, der als Inhaber des Central Filmtheaters in Ludwigsburg vor zwei Jahren die PV-Anlage auf dem Dach installiert hat. Der Kinobetrieb nutzt nur knapp zwei Drittel des Solarstroms. Mehr als ein Drittel des hauseigenen Sonnenstroms wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 stellte die Einspeisung des Ökostroms für den Kinobetrieb die einzige Einnahmequelle dar, die mit rund 1.000 Euro im Monat zu Buche schlug.

 

Für das Jahr 2020 wird sich die produzierte Solarstrommenge insgesamt auf rund 60 Megawatt belaufen, so dass der CO2-Handabdruck bei über 24 Tonnen liegen wird. Dieses Ergebnis lässt sich positiv gegenüber den Kinogästen kommunizieren, die auf dem Solarstrom-Display am Kinoeingang in Echtzeit verfolgen können, wie viel Sonnenstrom das Central Filmtheater produziert.

Besonders eindrucksvoll erscheint die CO2-Ersparnis, wenn diese in Kilometer umgerechnet wird, die dafür mit dem Auto zurückgelegt werden könnten. Die Verbrennung von einem Liter Benzin verursacht 2,3 kg CO2. Die im Jahr 2020 durch den Solarstrom eingesparten 24.060 kg CO2 entsprechen 10.460 l Benzin. Bei einem angesetzten Durchschnittsverbrauch von 7,8 l Benzin pro 100 km ließen sich damit 134.113 km zurücklegen, was knapp dreieinhalb Erdumrundungen entspräche.

 

Dank der Photovoltaikanlage spart das Central & Union Filmtheater nicht nur Energiekosten von rund 500 Euro im Monat, sondern verfügt mit seinem CO2-Handprint auf dem Solarstrom-Display über ein Aushängeschild, das auf positive Resonanz beim Publikum stößt.