Das Ende der Plastikstrohhalme

Spätestens seitdem die Queen Plastikstrohhalme aus dem Buckingham-Palast verbannt hat, sind diese nicht mehr gesellschaftsfähig. Das bedeutet, dass entweder auf Strohhalme verzichtet wird oder ein Ersatz dafür gefunden werden muss. Allein in Deutschland werden jährlich ca. 40 Milliarden Plastiktrinkhalme verbraucht, was einer Menge von 25.000 Tonnen Plastikmüll entspricht.

 

Auf dem Markt werden verschiedene Produkte als umweltfreundliche Alternative angeboten. Die Trinkhalme sind in verschiedenen Farben und Varianten mit und ohne Knick erhältlich. Natur-Strohhalme aus speziellem Weizengetreide, die aus nachhaltigem Landanbau stammen und zertifiziert sind, lassen sich für Heiß- und Kaltgetränke einsetzen. Da die Halme einen Durchmesser von drei bis fünf Millimeter besitzen, sind sie nicht für dickflüssige Getränke oder Smoothies geeignet.

 

Für jede Art von Kaltgetränk einsetzbar sind lebensmitttelechte Strohhalme aus Papier, die zu hundert Prozent biologisch abbaubar sind. Das Papier ist besonders fest und stabil, so dass die Trinkhalme nicht aufweichen. Für Heißgetränke sind die Papiertrinkhalme nicht geeignet.

Für Getränke mit einer Temperatur bis 30 Grad einsetzbar sind biobasierte Trinkhalme. Sie bestehen überwiegend aus Stärke von nicht gentechnisch veränderten Pflanzen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben sowie einem nicht-biologischen Anteil aus Mineralien, Kalzium und Magnesium. Bis zu 95 Grad hitzebeständig und damit gut für Heißgetränke geeignet sind Thermo-Trinkhalme, die aus einem kompostierbaren Granulat gefertigt werden, das aus nachwachsenden Rohstoffen und mineralischen Füllstoffen besteht.

 

Biobasierte Produkte, die industriell kompostierbar sind, weisen bei einer gesamt-ökologischen Betrachtung jedoch in der Regel keine geringeren Umweltauswirkungen als herkömmliche Kunststoffprodukte aus Erdöl auf. Bei Biokunststoffen schlägt neben der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung vor allem die Entsorgungssituation negativ zu Buche. Produkte aus Biokunststoffen sind nach der Norm DIN EN 13432 zwar kompostierbar, doch die tatsächliche biologische Abbaubarkeit des Materials wird nur unter stark optimierten Laborbedingungen geprüft.

 

 

Die Norm schreibt vor, dass der Kunststoff innerhalb von zwölf Wochen zu mindestens 90 Prozent in Teile zerfallen muss, die kleiner als zwei Millimeter sind. Der biologische Abbau unter realen Kompostierungsbedingungen ist jedoch nicht gesichert, da viele Kompostierungsanlagen Bioabfall in weniger als acht Wochen zu Kompost verarbeiten.

 

Besser als Einwegprodukte sind stets Mehrwegprodukte. Eine wiederverwendbare Lösung sind Strohhalme aus Edelstahl, die kältebeständig und spülmaschinenfest sind. Die umweltfreundlichen Mehrwegstrohhalme halten sogar die Getränke kühl.