Plastikverbot: Die Strohhalmstudie

Ab Anfang 2021 soll in der EU Schluss endgültig Schluss mit der Verwendung von Einwegprodukten aus Kunststoff sein. Nachdem das Europa-Parlament dem anvisierten Plastikverbot der EU-Kommission zugestimmt hat, wird diese Richtlinie voraussichtlich 2021 in Kraft treten. Das Verbot gilt für diverse Einwegprodukte aus Plastik wie beispielsweise Trinkhalme, Besteck, Teller und Rührstäbchen für den Kaffee.

 

Einige Kinobetreiber gehen schon jetzt dazu über, die Strohhalme nicht mehr an der Concession-Theke zum Mitnehmen anzubieten, sondern diese den Besuchern nur noch auf explizite Nachfrage auszuhändigen. „Wir geben sie nur auf ausdrücklichen Wunsch heraus“, erklärt Frithjof Grebenstein, Theaterleiterassistent im Hamburger Savoy Filmtheater.

 

Eine derartige Maßnahme kann die Nutzung von Plastikstrohhalmen durchaus erheblich minimieren, wie auch eine US-Studie von Travis P. Wagner, Professor für Umweltwissenschaften und -politik an der University of Southern Maine, zeigt. Im Rahmen einer im Sommer 2018 vorgenommenen Untersuchung sind den Kunden in 133 kalifornischen Restaurants keine Strohhalme mehr zu ihren Getränken offeriert worden, wodurch die Nachfrage nach Trinkhalmen dort binnen drei Monaten um 32 Prozent zurückgegangen ist. In Restaurants, in denen es keine Strohhalmspender gibt, ist die Nutzungsrate sogar um 41 Prozent gesunken.

 

 

Wenn den Kunden ein Strohhalm zu ihrem Getränk gereicht wird, fühlten diese sich hingegen verpflichtet, diesen auch zu benutzen – selbst wenn das nicht ihren normalen Nutzungsgewohnheiten entspreche. Sofern sich die Konsumenten aktiv um einen Strohhalm bemühen müssen, wird ein Teil von ihnen darauf verzichten. Der Untersuchung zufolge können die Konsumgewohnheiten durch eine Veränderung des Standardangebots durchaus beeinflusst werden, was sich praktikabler erweise als Verbote, Besteuerung, Preisaufschläge oder Aufklärungskampagnen.

 

Kalifornien ist der erste US-Bundesstaat, in dem Plastikstrohhalme in Restaurants seit September 2018 nur noch auf Verlangen ausgehändigt werden dürfen. Diese Regelung gilt allerdings nicht für Fast Food-Restaurants, Imbisse, Selbstbedienungsrestaurants und -Cafés. Diverse Restaurantketten haben jedoch angekündigt, künftig auf den Einsatz von Plastikstrohhalmen zu verzichten. Als erste nordamerikanische Restaurantkette will  A&W Canada ab 2019 keine Trinkhalme mehr anbieten.

 

In den 1.300 McDonald‘s-Filialen in Großbritannien und Irland ist der Strohhalm künftig ebenfalls ein Auslaufmodell. Das gilt ebenso für die Starbucks-Kette, welche die Trinkhalme in ihren weltweit 28.000 Kaffeebars bis 2020 aus dem Angebot streichen will. Aber auch ein Preisaufschlag für einen Strohhalm wirkt durchaus abschreckend auf die Kunden. Laut der US-Studie sind die Strohhalme den Konsumenten keine fünf Cent Wert.