Refurbishment und Recycling

Mehr als 100 Milionen alte ausgediente Mobiltelefone lagern in den Schubladen deutschen Verbraucher. Durch die Wiederaufbereitung alter Geräte und Recycling können wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer wiederverwertet werden. Dank dieser Maßnahme lässt sich der umweltschädliche Ressourcenabbau verhindern und Elektroschrott reduzieren. Um den Mitarbeitern und Besuchern im Kino die Abgabe nicht mehr verwendeter Handys zu erleichtern, bieten Naturschutz-Organisationen wie der BUND, NABU oder die Deutsche Umwelthilfe kostenlose Sammelboxen zum Aufstellen an.

 

Während der NABU für den Versand einzelner Mobiltelefone kostenlose Retourenscheine zum Download anbietet, übernimmt die Deutsche Umwelthilfe das Porto für ein Paket, wenn es mindestens 40 Handys enthält. Das behördlich registrierte Rücknahmesystem Mobile-Box stellt sicher, dass gebrauchte Mobiltelefone umweltgerecht verwertet werden. Die Sammelpartner können per Formular das gewünschte Datenlöschungsverfahren wählen. Die erfassten Geräte werden nach Möglichkeit aufbereitet, repariert und einer erneuten Nutzung zugeführt. Mobiltelefone, die sich nicht für eine weitere Nutzung eignen, werden durch zertifizierte Recyclingunternehmen umweltschonend recycelt.

 

 

Speziell an Unternehmen richtet sich das Projekt Green2B, das auf die Wiederverwertung nicht mehr benutzter Diensthandys, Notebooks und Tablets spezialisiert ist. Geräte, die aufgrund der verwendeten Technik veraltet sind, werden nach ihrer Ausmusterung entweder den Mitarbeitern überlassen oder verbleiben im Unternehmen. Mit dieser Lösung sind mehrere Nachteile für das Unternehmen und die Umwelt verbunden. Ein Manko stellt die fehlende Kontrolle über sensible Firmendaten dar. Zudem lassen sich die mobilen Altgeräte noch gewinnbringend veräußern, denn bei einer umweltgerechten Verwertung kann das ökologische Potenzial ausgeschöpft werden. Für die ausgedienten Handys und Notebooks  erhalten die Unternehmen eine Vergütung. Alternativ können die Erlöse einem Spendenpartner zur Verfügung gestellt werden, was mit einem Zertifikat für nachhaltiges Handeln honoriert wird.

 

 

Um ein Altgerät wiederzuverwenden erfolgt eine Prüfung auf Funktionalität, eine Reparatur oder ein Teiletausch, eine vollständige Datenlöschung sowie eine Reinigung. Damit betriebsinterne Daten auf den Geräten unwiderruflich gelöscht werden, wird eine dafür nach ISO 27001 und ISO 27040 zertifizierte Datenlöschsoftware verwendet.

 

Sofern sich Altgeräte aufgrund eines funktionalen Defektes nicht reparieren lassen, werden diese zertifizierten Recycling-Betrieben übergeben, damit Rohstoffe wie Gold, Silber und Kupfer wiedergewonnen und nicht umweltschädigend in Bergwerken abgebaut werden. Die Sekundärgewinnung wirkt sich sowohl positiv auf die CO2-Bilanz als auch auf den Ressourcenschutz aus. Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) werden durch die Aufarbeitung eines einzigen Smartphones 14 kg Primärressourcen und 58 kg CO2-Emissionen gespart. Allein in Deutschland sind im Jahr 2018 rund 24 Mio. Smartphones und 6,6 Mio. Tablets verkauft worden.