Studie zur Entsorgung von Elektroschrott

Anschlusskabel, Ladegeräte, Ladekabel, aber auch Akkus, Handys und Kleinstgeräte werden oftmals unsortiert in einer Elektro-und-Kabel-Kiste aufgehoben, um sie bei Bedarf noch einmal einzusetzen. Die Neuanschaffung von Elektro- und Elektronikgeräten geht bei weitem nicht mit der richtigen Entsorgung von Altgeräten einher. Ausgemusterte Kleingeräte landen immer wieder im Restmüll. „Je kleiner das Gerät, desto niedriger wird die Schwelle, es in den Hausmüll zu entsorgen“, lautet ein Fazit der Studie „Wie tickt E-Schrott-Deutschland?“, in der die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (ear) den Umgang mit Elektroschrott untersucht hat.

 

Nicht genutzte oder auch defekte Elektroaltgeräte enthalten wertvollen Ressourcen, die nur bei richtiger Entsorgung wiederverwendet werden können. Um die wachsende Menge an Elektronikschrott einzudämmen, wird die WEEE-Richtlinie Waste of Electrical and Electronic Equipment) zur Reduktion des nicht mehr benutzten Elektrogeräten in Deutschland mit dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in nationales Recht umgesetzt. Für die Umsetzung des (ElektroG) ist die Stiftung ear verantwortlich, welche die Sammlung von Elektronikschrott aus nicht mehr benutzten Elektrogeräten koordiniert. Dies umfasst die Registrierung von Herstellern, die in Deutschland Elektro- und Elektronikgeräten in Verkehr bringen, Garantieprüfungen, die Bereitstellung von Sammelbehältern sowie die Abholung der Altgeräte bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern.

 

In der im Auftrag der Stiftung ear erstellten Grundlagenstudie „Wie tick E-Schrott-Deutschland?“ wird konstatiert, dass es bezüglich der Entsorgung von Kleingeräten zwar einen Wissenszuwachs gebe, aber sich ein negativer Trend bei den Entsorgungsbarrieren abzeichne. Insgesamt herrsche eine große Unsicherheit wo, wie und zu welchem Preis Elektroschrott entsorgt werden kann. Zudem bestehe bezüglich der Entsorgung von Elektrogeräten nur einen geringer Handlungsdruck. Viele Geräte werden laut der Befragung sowohl räumlich als auch mental ‚geparkt‘.

 

26% können sich schlecht von nicht mehr genutzten Sachen trennen und weitere 39% warteten mit der Entsorgung, bis es sich lohne, diese gesammelt zum Wertstoffhof zu bringen. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, zu glauben, dass Elektrogeräte im Hausmüll entsorgt werden dürfen. 40% zweifeln an, ob der E-Müll nach der Entsorgung korrekt und umweltgerecht weiterverarbeitet wird. Die illegale Entsorgung von Elektroschrott erfolgt meistens in Restmüll oder der gelben Tonne. 40 % der Befragten haben eingestanden, dass sie Elektroartikel mindestens einmal nicht korrekt entsorgt haben. Die häufigsten Fehlwürfen betreffen Produkte wie Kabel und Lichterketten.

 

Eine Ursache für die Fehlwürfe resultiert aus der weit verbreiteten Unkenntnis über die gesetzliche Verpflichtung zur kostenfreien Rücknahme von Kleingeräten. Jeder größere Elektrofachmarkt ist zur kostenfrei Annahme von defekten elektrischen Geräten verpflichtet, selbst wenn kein Neukauf erfolgt. Beim Kauf eines neuen Großgerätes ist die Abholung des Altgerätes kostenlos. Zudem müssen auch Online-Händler nicht mehr genutzte Kleingeräte zurückzunehmen, auch wenn bei ihnen ein anderes  Produkt gekauft worden ist.

 

Die vom Bundeskabinett am 16. Dezember 2020 beschlossene Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes geht sogar noch einen Schritt weiter. Die bereits für Händler von Elektrogeräten bestehenden Rücknahmepflichten sollen auf Discounter, Supermärkte und Lebensmitteleinzelhändler erweitert werden. „Voraussetzung für eine umweltschonende Entsorgung von Elektroaltgeräten ist eine verbesserte Sammlung. Je mehr Sammelstellen wir haben, desto weniger Geräte enden in der Restmülltonne oder werden illegal vermarktet“, erklärt  Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die den Verbraucher*nnen die Rückgabe von alten Elektrogeräten so einfach wie möglich machen möchte.

Ein engmaschiges Netz aus Sammelstellen gibt uns die Chance, mehr Elektroaltgeräte in die richtigen Wege zu lenken und so Schadstoffe verlässlich auszuschleusen sowie wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Das neue Gesetz soll künftig für Supermärkte gelten, deren Ladenfläche mehr als 800 Quadratmeter beträgt und die mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Unabhängig vom Neukauf eines Artikels sollen dort Elektro-Altgeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 cm abgeben werden können. Dies ist auch bei Produkten der Fall, die vorher nicht in diesem Laden oder der Kette gekauft worden sind. Elektrogeräte, die größer als 25 cm sind, können nur im Lebensmitteleinzelhandel abgegeben werden, wenn dort ein vergleichbares Produkt gekauft worden ist.

 

Die Gesetzesänderung verpflichtet zudem Onlinehändler, ihren Kunden bei jedem Kauf von neuen Elektrogeräten eine kostenlose Abholung und Entsorgung der alten Geräte  anzubieten. Außerdem müssen die Betreiber elektronischer Marktplätze künftig prüfen, ob die Hersteller, die Produkte auf ihrer Plattform anbieten, bei der Stiftung ear registriert sind. Der Gesetzentwurf, der zum 1. Januar 2022 in Kraft treten soll, muss vom Bundestag verabschiedet werden und im Bundesrat auf Zustimmung stoßen.