Das grüne Kinohandbuch

„Grünes Kino – was soll das sein?” haben sich noch vor wenigen Jahren diverse Branchenvertreter gefragt. In- zwischen ist das Thema Nachhaltigkeit längst auch im Kino angekommen.
Einige Kinobetriebe beziehen ihre Energie aus regenerativen Energiequellen oder haben eine Photovoltaik- anlage auf dem Dach installiert, um eigenen Solarstrom zu gewinnen. Die nicht benötigte Energie wird in der Regel ins Netz eingespeist, da PV-Speicher für große Strommengen noch zu teuer sind. Manche Häuser verfügen sogar über Erdwärme- oder Grundwasserpumpen zur Wärme- und Kälteerzeugung.

 

Der effiziente Einsatz von Energie im Kinobetrieb gewinnt angesichts der steigenden Preise für Strom, Gas und Öl an Bedeutung. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll. Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung vieler Maßnahmen kommt der Kommunikation und Informationsvermittlung zu – und zwar sowohl gegenüber den Mitarbeitern als auch gegenüber den Kinobesucherinnen und -besuchern.

 

Nicht immer wird überall, dort, wo kein Licht mehr benötigt wird, das Licht ausgeschaltet. Abhilfe schafft hier eine Automatisierung von Routinevorgängen in Form von Lichtschranken, Bewegungsmeldern oder Zeitschaltuhren. Erhebliche Einsparungen lassen sich auch durch energieeffiziente Heizungs- und Lüftungsanlagen erzielen, die sich durch drastische Reduzierungen der Verbräuche mit- unter binnen weniger Jahre amortisieren.

 

Klimaschutz kostet Geld, aber er zahlt sich ökonomisch und ökologisch aus. Maßnahmen wie der Einbau einer Regenwassernutzungsanlage oder eines Eisspeichers in Verbindung mit einer PV-Anlage führen zur Senkung der variablen Kosten und einem höheren Grad energetischer Autarkie.

 

Sehr viel direkter und wirkungsvoller kann die Kommunikation mit den Kinogästen selber sein. So lässt sich mit einem Schild auf der Theke darauf hinweisen, dass Strohhalme nur auf Nachfrage ausgegeben werden. Eine derartige Maßnahme, verbunden mit einem Angebot von Alternativprodukten, ist effektvoll, weil sie Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt, wie nachhaltiger Konsum aussehen kann. Die Kinobetreiber sollten nicht nur ökologisch handeln, sondern dies auch kommunizieren im Sinne von „Tue Gutes und rede darüber“.

 

Mit dem Grünen Kinohandbuch möchten wir aufzeigen, mit welchen Anforderungen Kinobetriebe künftig konfrontiert werden – und welche Lösungsansätze es gibt. Die Best-Practice-Beispiele belegen, dass die Filmtheater bereits eine Reihe von innovativen Lösungen umgesetzt haben – die sich am Ende auch wirtschaftlich als nachhaltig erweisen.

 

Das Grüne Kinohandbuch kann kostenlos bei der Filmförderungsanstalt (FFA) bezogen werden.